Kultband "Chicahlgrund"
Die Band Chicahlgrund hat Geschichte geschrieben und deshalb ist es richtig und wichtig, dass ihre Geschichte geschrieben und erzählt wird.
Wer zwischen 1950 und 1965 in der Region Kahlgrund / Freigericht zur Welt kam, in den 70ern dort lebte und ein Sensorium für Rock, Jazzrock, Soul und Funk hatte (das waren viele) kam an dieser Truppe nicht vorbei - und wollte das auch nicht. Für viele, mich eingeschlossen, waren die Auftritte von Chicahlgrund die erste Begegnung mit Live-Rock, für manche das beglückende Schockerlebnis, dass man mit Blasmusik auch andere Musik als den "Bayerischen Defiliermarsch" oder "In The Mood" (nix gegen beides!) spielen konnte. Und wenn man, wie ich, später Konzerte von Yes oder Scorpions oder Little Feat besuchte, kehrte man am nächsten Wochenende zu Chicahlgrund zurück - warum? - Weil! Chicahlgrund Auftritte waren auch Social-Event, hier traf man seinesgleichen, betrachtete sich an derselben (musikalischen) Substanz. Brass-Rock, gelegentlich Streifzüge in Richtung Prog-Rock, Hard-Rock, Soul: Ich habe Jahre später Chicago, Blood, Sweat & Tears, Jethro Tull, Manfred Mann's Earth Band, Stevie Wonder live erlebt - mir war der Sound, auch dank Chicahlgrund, ins Blut übergegangen. Da bin ich nicht der Einzige. Es soll Leute geben, die auch heute noch zum Fest ein Weihnachtsalbum von Chicago einem solchen von Michael Bublé vorziehen...
Kurz: Chicahlgrund waren "Kult", als es diese Wortbedeutung noch gar nicht gab - und wer das war, bleibt es auch. Außerdem: Ute (die Sängerin) hat mir - ich werde 18 gewesen sein - mal von der Bühne herunter in die Augen geschaut und unglaublich charmant zugelächelt. So was vergisst man nicht...
Christian Pfarr







